Ein einziger Tropfen Tee fällt, löst Grenzen, bringt Zuckerkörner ins Rutschen. Beschreibe eine Expedition, bei der Körner ihre unterschiedlichen Facetten entdecken: die Mutige, der Skeptiker, die Träumerin. Wie verhandeln sie mit Zugluft, wie lesen sie die Schatten der Lampen? Vielleicht finden sie im Gewürzregal eine Karte aus Kurkuma, vielleicht folgt ihnen ein Ameisenspäher. Lass eine Entscheidung fallen, die süß beginnt und unerwartet bitter schmeckt.
Das Teesieb führt Tagebuch. Es erinnert an Morgengrauen, an Geschichten, die in Dampf geschrieben wurden, an abendliche Gespräche, die es nur als Vibration spürte. Gib ihm eine sorgfältige, leicht ironische Stimme, die Krümel wie Metaphern sortiert. Welche Blätter schmecken nach Mut, welche nach Abschied? Wie beobachtet es Tassenränder wie Horizonte? Heute will es einen Eintrag schreiben, der endlich herausfindet, wovon Zucker träumt.
Wenn die Tür aufgeht, zieht eine heilige Kälte über das Gemüsefach. Für winzige Bewohner ist dieser Wind eine launische Gottheit: spendet Licht, raubt Wärme, verspricht Vorrat. Zeichne ein Ritual, bei dem Joghurtbecher Glocken sind und Magneten Orakeltexte tragen. Was bedeutet das knappe Summen? Wer deutet das Geflüster der Eiskristalle? Und welche Pilgerreise führt an die hinterste Wand, wo vergessene Saucen zu Sagen werden?
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